FÜR JÄHRLICH 3,4 MIO. TONNEN ALTREIFEN in Europa BENÖTIGT ES EINE LÖSUNG.
UNSERE HEIßT THERMOLYSE.

Pyrum steht für industrielle Rohstoffrückgewinnung aus Altreifen. Mithilfe der Thermolyse-Technologie werden wertvolle Bestandteile wie Öl, Ruß und Gas zurückgewonnen und wieder für industrielle Anwendungen nutzbar gemacht. Statt wertvolle Materialien zu verbrennen oder exportieren, schafft Pyrum neue Rohstoffkreisläufe. So verbindet das Unternehmen Recycling, Technologieentwicklung und Nachhaltigkeit mit dem Ziel, Abfallströme in systemkritische Ressourcen für die Industrie zu verwandeln.

Die Technologie

DAS RAD KÖNNEN WIR NICHT NEU ERFINDEN.
WIE MAN ES RECYCELT SCHON.

Mit unserer patentierten Technologie verwandeln wir Gummi- und Kunststoffabfälle in systemkritische Rohstoffe für die Industrie. Das Besondere ist der patentierte Pyrum-Vertikalreaktor: In ihm wird das Gummigranulat unter Sauerstoffausschluss kontrolliert erhitzt und ohne Verbrennung thermisch zerlegt.

Lerne unseren Prozess im Detail kennen:

Anlieferung und Zerkleinerung

Die Altreifen werden in großen Mengen zum Hauptstandort in Dillingen geliefert, dort gelagert und für die weitere Verarbeitung sortiert. Daraufhin folgt die mechanische Zerkleinerung, bei der das Eingangsmaterial zerkleinert und das Gummigranulat von Stahl und Textil getrennt wird.

Sekundär-Rohstoff in vier Korngrößen
(1-6mm)

FASER- UND STAHLTRENNUNG

Aus 1 Tonne Altreifen werden je nach Reifensorte bis zu 100 kg Textilfasern und 150-250 kg Stahldraht herausgefiltert. Durch die Nachbehandlung des Stahldrahts erreicht Pyrum eine Reinheit von über 95 Prozent.

Das entstandene Gummigranulat wird im Prozess weiterverarbeitet

THERMOLYSE

Der Prozess läuft in einem geschlossenen, luftdichten System ab. Das Besondere ist der patentierte Pyrum-Vertikalreaktor: In ihm wird das Gummigranulat unter Sauerstoffausschluss kontrolliert erhitzt und thermisch zerlegt. Das Granulat bewegt sich schwerkraftbasiert durch den stehenden Reaktor, während Temperatur und Prozessbedingungen sich präzise steuern lassen, um eine gleichbleibend hohe Qualität der entstehenden Rohstoffe garantieren zu können.

Bei dem Prozesses entstehen Öl, Koks und Gas, aus denen sich wertvolle Sekundärrohstoffe generieren lassen, die wieder in industrielle Kreisläufe zurückgeführt werden können.

GEWINNUNG VON ROHSTOFFEN

Die beim Thermolyseprozess entstehenden Dämpfe werden kondensiert und in Öl sowie Gas aufgeteilt, während der Thermolyse-Koks separat ausgetragen, gekühlt und weiterverarbeitet wird. Der gekühlte Thermolyse-Koks wird durch Vermahlung  und Pelletierung zu ThermoTireBlack® (TTB) weiterverarbeitet.

Die Rohstoffe

  • Gas
  • ThermoTireBlack® (TTB)
  • ThermoTireOil® (TTO)

energiegewinnung

Das Gas wird anschließend im eigenen Kraftwerk mithilfe von Turbinen zur Stromerzeugung genutzt. Der so erzeugte Strom fließt direkt zurück in den Produktionsprozess und wird für den Betrieb der Thermolyseanlage eingesetzt. Gleichzeitig entsteht bei der Verstromung Wärme, die für den Trocknungsprozess in der Mahl- und Pelletieranlage eingesetzt wird.

Die Rohstoffe

WIR BRINGEN WERTSTOFFE ZURÜCK IN DEN KREISLAUF

Im Recyclingprozess entstehen zunächst verschiedene Materialströme: Gummigranulat, woraus im weiteren Verfahren ThermoTireOil und ThermoTireBlack® entstehen, sowie Stahldraht und Textilfasern als Nebenprodukte. Zu den zentralen Rohstoffen zählen ThermoTireOil®, ThermoTireBlack® und Gas. So werden aus Altreifen wertvolle Rohstoffe, die wieder in industrielle Wertschöpfungsketten einfließen.

ThermoTireBlack® (TTB)

hergestellt aus gemahlenem und anschließend pelletiertem Thermolyse-Koks.

ThermoTireBlack® kann in bestimmten Anwendungen einen Teil des konventionellen Carbon Black ersetzen, was zur Reduzierung des CO₂-Fußabdrucks beitragen kann.

ThermoTireOil® (TTO)

gewonnen aus den bei der Erhitzung des Gummigranulats im Thermolyseprozess entstehenden und anschließend kondensierten Dämpfen;
REACH-registriert.

ThermoTireOil® kann als Ausgangsstoff in chemischen Produktionsprozessen eingesetzt werden und dort fossile Rohstoffquellen anteilig ersetzen.

Gas

wird zur Energieversorgung der Thermolyseanlage genutzt.

Nachhaltigkeit

„Die RESSOURCEN DER ERDE SIND ENDLICH. DAHER MUSS ABFALL UNSERE ROHSTOFFQUELLE DER ZUKUNFT SEIN.“

Für Pyrum ist Kreislaufwirtschaft kein abstraktes Nachhaltigkeitsversprechen, sondern fester Bestandteil des Geschäftsmodells. Statt Altreifen zu verbrennen oder zu exportieren, zerlegt Pyrum sie wieder in ihre wertvollen Bestandteile. Mithilfe der patentierten Thermolyse-Technologie entstehen Rohstoffe, die fossile Primärrohstoffe teilweise ersetzen können.
Genau darin liegt die besondere Relevanz für Europa. Viele Industrien sind auf fossile Primärrohstoffe und internationale Lieferketten angewiesen. Pyrum zeigt, dass ein Teil dieser Rohstoffe bereits in Europa vorhanden ist – gebunden in Materialien, die bisher häufig als Abfall betrachtet wurden. Durch die Rückgewinnung von Öl, Industieruß und weiteren Wertstoffen kann Pyrum dazu beitragen, Rohstoffkreisläufe regionaler, unabhängiger und widerstandsfähiger zu machen.

Nach dem einmaligen Anfahren mit externer Energie versorgt sich die Thermolyseanlage im laufenden Betrieb selbst mit Energie. Laut einer von Fraunhofer durchgeführten Lebenszyklusanalyse aus dem Jahr 2022 weist das untersuchte Pyrum-Verfahren bei der Verwertung einer Tonne Altreifen inklusive Wärmenutzung eine Netto-CO₂-Einsparung von bis zu 965 kg CO₂-Äquivalent auf. Pyrum löst die Rohstoffknappheit nicht allein, aber das Unternehmen zeigt einen konkreten Weg, wie aus Abfall wieder Wertschöpfung entsteht.

Wie daraus ein nachhaltiges industrielles System entsteht, zeigt der folgende Film.

Forschung

„JEDES JAHR FALLEN WELTWEIT 30,9 MIO.TONNEN ALTREIFEN AN:
ICH MACHE DARAUS GEPRÜFTE QUALITÄT.”

Forschung und Entwicklung zählen bei Pyrum zu den zentralen Kernkompetenzen. Ziel ist es, die patentierte Recyclingtechnologie kontinuierlich weiterzuentwickeln und neue Einsatzbereiche für schwer recycelbare Abfallströme zu erschließen. Um den technologischen Vorsprung sowie die Qualität der gewonnenen Sekundärrohstoffe langfristig zu sichern, betreibt Pyrum ein eigenes Labor für interne Entwicklungsarbeiten und Kundenforschungsprojekte.

Dadurch lassen sich Prozessparameter gezielt untersuchen, Produkteigenschaften optimieren und neue Abfallströme auf ihre Eignung für die Thermolyse prüfen. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen unmittelbar in die Weiterentwicklung der Verfahren, Produkte und Einsatzmöglichkeiten ein.

TTB-Entwicklung mit Continental
In der seit 2022 laufenden Forschungskooperation mit Continental entwickeln die beiden Unternehmen ThermoTireBlack® (Patentanmeldung unter dem Namen „rCB“) gezielt für den Einsatz in Neureifen weiter. Durch die Optimierung von Einsatzstoffen, Thermolyseparametern und Nachbehandlung konnten bereits zwei neue TTB-Typen mit verbesserten Eigenschaften für Gummi- und Reifenmischungen entwickelt, getestet und angemeldet.

Neue Stoffströme: CFK-Recycling
Neben Altreifen erforscht Pyrum weitere schwer recycelbare Materialien, für die bisher kaum zirkuläre Lösungen bestehen. Dazu zählt das Recycling von kohlenstofffaserverstärkten Kunststoffen, kurz CFK. Im Jahr 2023 ist es Pyrum weltweit erstmalig gelungen, CFK ganzheitlich zu recyceln. Am Standort Dillingen wurde dafür eine automatisierte, halbindustrielle Demonstrationsanlage in Betrieb genommen. Sie soll künftig weiter ausgebaut werden und die Grundlage für die Skalierung der Technologie sowie den Einsatz in Inhouse-Recyclinganlagen bilden.

Zertifikate